
Flensburg ist die nördlichste Stadt Deutschlands und liegt direkt an der heutigen deutsch-dänischen Grenze. Einmalig schön ist die malerische Lage an der Flensburger Förde mit dem weit in die Stadt reichenden Hafen. 1284 erhielt Flensburg das Stadtrecht und wurde eine der wichtigsten Städte im Wechselspiel deutsch-dänischer Grenzgeschichte.
Mit dem Ende des Nordischen Krieges 1721 war das Herzogtum Schleswig bis 1864 Teil des dänischen Gesamtstaates. Somit unterstanden auch die Flensburger Belange der Deutschen Kanzlei in Kopenhagen und bedurften der Entscheidung der dänischen Regierung. Neben Kopenhagen und Altona wurde Flensburg zu einem der wirtschaftlichen und kulturellen Zentren im dänischen Gesamtstaat.
Schon im 16. Jahrhundert zählte Flensburg zu den herausragenden Handelsstädten im Ostseeraum und erreichte - besonders durch den Westindienhandel - in der zweiten Hälfte des18. Jahrhunderts und im frühen 19. Jahrhundert eine neue Handelsblüte, die mit einem enormen Wachstum der Bevölkerungszahl und einer flächenmäßigen Ausdehnung der Stadt einherging. So wurden im Laufe des 19. und 20.Jahrhunderts die Westliche Höhe und das Ostufer für Wohnzwecke erschlossen.
Die aufstrebende Industrie siedelte sich nördlich und südlich der alten Stadttorean - jenseits des Nordertores ( Januarblatt) entstand die Neustadt, entlang der Schleswiger Straße und der Husumer Straße wuchs die Stadt Richtung Süden. Ehemals schloß das Rote Tor (Dezemberblatt) die Stadt Richtung Schleswig oder Husum ab und gewährte Besuchern und Handelsreisenden aus dem Süden und dem Westen Einlaß in die Stadt.
Das Rote Tor stand bis zu seinem Abriß1874 am Ende der Roten Straße Richtung Neumarkt. Das Dezemberfoto ist damit die älteste historische Darstellung im Kalender. Die meisten anderen Fotos und Postkarten stammen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert und den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Die zentrale Ader und Einkaufsstraße der Stadt lag zwischen den beiden Marktplätzen, dem Nordermarkt (Oktoberblatt) mit den Schrangen (Juliblatt), wo die Händler ihre Waren feil boten, und dem Südermarkt (Septemberblatt) an der Nikolaikirche.
Bis heute bilden die Große Straße (Novemberblatt) und der Holm (Februarblatt) das Herz Flensburgs. Vom Hafen (Augustblatt), dem Zentrum der Handelsschifffahrt, gelangte man über die Kompagniestraße (Märzblatt) in den inneren Stadtkern. Der Dampfschiffs-Pavillon ( Juniblatt) diente als Anlegestelle für die Ausflugsdampfer zu den nahegelegenen Seebädern und Ausflugslokalen entlang der Flensburger Förde wie Glücksburg oder Kollund.
Über die Marienstraße (Aprilblatt) gelangte man aus der Stadt zur Westlichen Höhe. Der ehemalige Staatsbahnhof (Maiblatt) anden heutigen Süderhofenden mit dem ZOB ist ein Zeichen der industriellen Erschließung durch die Eisenbahn im 19. Jahhundert. Hier verlief auch der alte Mühlenstrom, der heute unterirdisch fließt und nur noch am Wasserrad an der Holmpassage zu Tage tritt.
Das neue Medium der Fotografie ermöglichte im 19. Jahrhundert nicht nur eine nie dagewesene unverfälschte und genaue Wiedergabe populärer und versteckter Winkel der Stadt, sondern auch erstmals eine massenhafte Verbreitung von Ansichten Flensburgs, auch in Form von Postkarten.
Thomas Messerschmidt, Kunsthistoriker Flensburg
Der Kalender kostet € 22.-- und kann u.a. bei Bücher Rüffer, Galerie Kruse, Kunsthandlung Messerschmidt, Museumsberg, NordernArt, Foto Raake und natürlich auf dem Adventsmarkt gekauft werden.
Das Format ist 32,5 cm x 25,5 cm (Querformat)
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